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Trainingslager der Geher in Flagstaff

Neben zahlreichen Läufern sind auch sieben Geher des DLV-Top-Teams beziehungsweise Junior-Elite-Teams in Flagstaff (Arizona). Auf mehr als 2000 Metern Höhe bereiten sie sich seit dem 9. März auf die anstehende Wettkampfsaison vor.

Autor: Hagen Pohle/ Carl Dohmann
Kategorie: Nachrichten
201730Mär

Das Dunkle der Nacht wendet sich langsam zum Helleren, die ersten Sonnenstrahlen versuchen die Hochebene bei Flagstaff zu erleuchten. Um 6 Uhr morgens geht auch das Licht im Haus der Geher an. Das Frühstück wird zubereitet, die Geher stärken sich für die erste Einheit des Tages. Je nach Trainingsinhalt geht es ab 8 Uhr los, um die erste Einheit des Tages zurückzulegen. Nach vielen gegangenen Runden ist der Vormittag dann schon Geschichte. Nun heißt es Mittag kochen. Mal stärken sich die Geher bei Nudeln und Tomatensoße oder Milchreis, mal bei Chili con Carne oder einem Nudelauflauf. Im Anschluss lassen sie sich vom mitgereisten Physiotherapeuten Marco Pelz behandeln oder regenerieren sich beim Mittagsschlaf, ehe es gegen 16:00 Uhr zur nächsten Einheit geht. Dann absolvieren sie laufend oder gehend nochmals 10 bis 15km. Den Abschluss des Trainingstages bildet immer ein Besuch im Flagstaff Athletic Club East. Dort gibt es verschiedene Möglichkeiten sich sportlich zu betätigen. Neben mehreren Spielhallen und Krafträumen sind dort auch unzählige Laufbänder und Fahrradergometer. Außerdem kann man sich im Schwimmbad, sowie in der Sauna und im Whirlpool regenerieren. Wieder im „Geherhaus“ angekommen geht es an das Zubereiten des Abendbrotes, ehe der Tag langsam bei den letzten Massagen   ausklingt.

So sieht der Tag des A-/B-Kaders der männlichen Geher, darunter auch der Olympia-5. im 20km-Gehen von Rio de Janeiro, Christopher Linke, im Trainingslager in Flagstaff aus. Nachdem der Kader von Bundestrainer Ronald Weigel den Januar in der Höhe von Dullstoom/Südafrika verbracht hatte, hat er diesmal seine Zelte in Flagstaff aufgeschlagen. Die Anreise dahin lief allerdings nicht ganz optimal und Flagstaff war gut 13h später als geplant erreicht. Als die Gruppe in London das Flugzeug zur Atlantiküberquerung betrat und es sich für die lange Reise gemütlich machen wollte, musste sie es auch schon wieder verlassen. Beim letzten Check vor dem Abheben stellten die Piloten ein Leck im Hauptfahrwerk fest und entschieden sich, mit diesem Flugzeug die Reise nicht anzutreten. Nach gut 4h stand dann aber eine Ersatzmaschine bereit. Dadurch wurde allerdings der folgende Anschlussflug verpasst.

Die 7 Geher wohnen gemeinsam in einem Haus am Stadtrand von Flagstaff. Die Haupttrainingsstrecke ist rund 4km entfernt in einem benachbarten Wohngebiet. Hier absolvieren die Geher fast alle Einheiten auf einer 2,5km langen Runde. Für besondere Trainingseinheiten sowie zur Abwechslung nehmen sie aber auch mal eine bis zu 40-minütige Autofahrt in Kauf. So eignen sich auch die Straßen der angrenzenden Nationalparks gut für die Trainingseinheiten, ob für lange Strecken entlang des Lower und Upper Lake Mary oder für die 26km lange Berg-An-Einheit am Sunset Crater Volcano.

Das Hauptaugenmerk in der Trainingsgestaltung liegt in der Grundlagenausdauer. So kommen die Geher auch auf Umfänge zwischen 190 und 220km in der Woche. Da die ersten Qualifikationswettkämpfe für die U23-Europameisterschaften in Bydgoszcz/POL und die Weltmeisterschaften in London anstehen, ist das Training aber auch mit einzelnen Tempoeinheiten gespickt. Dabei macht sich vor allem die für Geher große Trainingsgruppe bezahlt: Während sie sonst mit Erfurt, Freiburg und Potsdam an drei verschiedenen Standorten trainieren, geht es sich gemeinsam deutlich einfacher.

Obwohl der Großteil der Gruppe schon mit dem Höhentraining Erfahrung hat, benötigt es immer eine Gewisse Zeit der Anpassung. Die ersten 4 Tage sind deshalb auch von etwas lockereren Geheinheiten geprägt. Dabei geht trotzdem der Puls höher als gewöhnlich und man kommt schnell außer Atem. Die Tage der Eingewöhnung nutzte die Gruppe auch für einen Ausflug zum Grand Canyon, verbunden als Trainingseinheit. Von der Südkante ging es bis zum 1600 Höhenmeter tiefer gelegenen Colorado River und anschließend wieder hinauf. Der Gehergruppe schlossen sich in diesem Jahr dabei auch einige Läufer, sowie der leitende Bundestrainer Lauf/Gehen, Thomas Dreißigacker an.

 

Eines der Ziele von Dreißigacker leben die Geher auch vor: die Disziplingruppe Lauf/Gehen auch wieder als eine Disziplingruppe erkennbar zu machen. So luden die Geher zweimal zum gemeinsamen Essen ein. Diesen Einladungen folgten zum Beispiel die Langstreckengruppe um Hendrik Pfeiffer sowie die Mittelstrecklerinnen um Konstanze Klosterhalfen. Dabei zeigten sich auch bisher unbekannte Talente. Karl Junghannß, der im Oktober bereits die Norm für die Weltmeisterschaften über 50km erfüllt hat, zauberte diverse selbstgemachte Eissorten auf den Essenstisch.

Nach einigen harten Trainingsblöcken hatte sich die Gruppe, welche auch schon Besuch von den Kontrolleuren der NADA hatte, eine kleine Auszeit verdient. Eine Nacht verbrachte sie in Las Vegas, wo sie neben dem Einkaufen in den beiden Outlet-Centern auch den gelebten Überfluss der Wüstenstadt einmal miterlebte.

Am 3. April fliegen die Geher zurück, diesmal hoffentlich ohne Komplikationen, denn die ersten Wettkämpfe stehen bevor. Schon am 8. April werden Christopher Linke, Hagen Pohle und Karl Junghannß beim Gehermeeting im tschechischen Podebrady an den Start gehen.Am 23. April treffen sie in Naumburg mit Nils Brembach, Carl Dohmann, Jonathan Hilbert und Nathaniel Seiler auf die anderen Trainingslager-Teilnehmer, um gemeinsam, bzw. gegeneinander um den Deutschen Meistertitel zu kämpfen.

Am 21. Mai steht dann der Europacup der Geher an. Dieser wird erneut in Podebrady auf der bekannt schnellen Strecke ausgetragen. Die Mannschaft der Männer wird sich dann wohl noch aus dem Trainingslager in Flagstaff ganz gut

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